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BöZ am Mittag 25.05.2020

25.05.2020
Stand: 02:15 Uhr



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VW muss nach BGH-Urteil Schadenersatz fr manipulierte Diesel zahlen

ste - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem ersten Urteil zur Dieselabgasaffäre von Volkswagen Käufern von Dieselfahrzeugen mit unzulässiger Abschalteinrichtung Schadenersatzansprüche zuerkannt. Das Verhalten der Beklagten sei als sittenwidrig zu bezeichnen, begründete der Vorsitzende Richter des 6. Zivilsenats, Stephan Seiters, die Entscheidung am Montag. Volkswagen habe auf der Grundlage einer für den Konzern getroffenen grundlegenden Entscheidung bei der Motorenentwicklung "im eigenen Kosten- und Gewinninteresse durch bewusste Täuschung" des Kraftfahrt-Bundesamts gehandelt. Das Unternehmen habe systematisch und langwierig Fahrzeuge mit Dieselmotoren der Baureihe EA 189 in siebenstelligen Stückzahlen deutschlandweit in den Verkehr gebracht, deren Motorsteuerungssoftware bewusst für die Täuschung programmiert worden sei. Käufer können auf Basis dieses Urteils ihr Fahrzeug zurückgeben und von dem Autobauer den Kaufpreis teilweise - unter Anrechnung sogenannter Nutzungsvorteile, der gefahrenen Kilometer - zurückfordern. Die Rechtsauffassung des höchsten deutschen Zivilgerichts hat Auswirkungen auf die noch anhängigen Klageverfahren vor Land- und Oberlandesgerichten in Deutschland. Laut dem Autobauer gibt es in Deutschland noch 60.000 Klagen, mit denen Dieselbesitzer Schadenersatzzahlungen durchsetzen wollen. Nach dem Urteil des BGH will Volkswagen den Besitzern manipulierter Dieselautos eine Einmalzahlung zur Beilegung ihrer Klagen anbieten. Das sei eine pragmatische und einfache Lösung, teilte Volkswagen mit. Die Höhe der Zahlungen hänge vom Einzelfall ab. Das Urteil des BGH sei ein Schlusspunkt. Es schaffe für einen Großteil der noch anhängigen 60.000 Fälle Klarheit darüber, wie das höchste Zivilgericht in Deutschland das Dieselverfahren beurteile. Der Kurs der VW-Vorzugsaktie gab am Montag anfängliche Gewinne ab und lag am Mittag bei 132,04 Euro mit 0,6% leicht im Minus. Der BGH hatte ein verbraucherfreundliches Urteil in einer mündlichen Verhandlung Anfang Mai bereits angedeutet. Zuvor hatte sich der Konzern mit Verbraucherschützern in Deutschland bereits auf einen Vergleich verständigt, dem mehr als 200.000 Dieselhalter anschlossen und für den VW die Zahlung von bis zu 830 Mill. Euro in Aussicht stellte. Das Urteil sei gekommen wie erwartet, so der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research in Duisburg. Für VW handele es sich um "ein Urteil, mit dem man leben kann". Einzelklagen dürften sich in Grenzen halten.

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Assetmanagement bleibt Wachstumsbranche Interview mit Union-Investment-Chef Reinke

ski - Das Assetmanagement wird auch nach der Corona-Pandemie eine Wachstumsbranche bleiben. Davon zeigt sich der Vorstandsvorsitzende von Union Investment, Hans Joachim Reinke, überzeugt. "Das Vertrauen der Anleger ist ungebrochen, die für unsere Branche maßgeblichen Trends sind ungebrochen, die Evolution des Sparens ist ungebrochen", sagt Reinke im Interview der Börsen-Zeitung. Die Fondsgesellschaft im Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken wolle beim Wachstum der Branche weiterhin zu den Vorreitern gehören. Vor allem die Privatanleger hätten sehr besonnen auf die Marktturbulenzen reagiert. Bis Ende April habe die DZ-Bank-Tochter insgesamt ein Nettoneugeschäft von 2,4 Mrd. Euro verbucht, 80% davon auf der Retailseite. "Stand heute liegen wir schon bei rund 3,5 Mrd. Euro." Durch die Wertentwicklung der Fonds sanken die Assets under Management von 368 Mrd. Euro am Jahresende auf 350 Mrd. Euro Ende April. 156.000 neue Sparpläne seien in den vier Monaten abgeschlossen worden. Auf den Wiederaufbauplan von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron angesprochen, meinte Reinke, die Politik sei gefordert, eine pragmatische Lösung zu finden, mit der die wirtschaftlich stärkeren EU-Mitglieder ihre Solidarität mit den von der Coronakrise besonders betroffenen Ländern zeigen, ohne die Spielregeln der Gemeinschaft grundsätzlich und dauerhaft außer Kraft zu setzen. "Wir müssen diese hoffentlich einmalige Jahrhundertherausforderung gemeinsam bewältigen und dadurch den Zusammenhalt in Europa stärken." Insofern begrüße er, dass die Kernstaaten Deutschland und Frankreich Bewegung in die Diskussion gebracht hätten. "Mich stört allerdings gewaltig, dass es mancherorts gleich wieder heißt, die halbe Billion sei nicht genug oder nur ein erster Schritt. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen." Das Interview erscheint in der Dienstagsausgabe der Börsen-Zeitung.

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Verbesserte Stimmung in Chefetagen sttzt Dax

BZ - Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich nach einem historischen Einbruch wegen der Coronakrise etwas aufgehellt. Wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte, stieg das von ihm erhobene Geschäftsklima im Mai um 5,3 Punkte auf 79,5 Zähler. Der Anstieg erfolgt vom tiefsten jemals gemessenen Niveau aus. Analysten hatten im Mai mit einer Erholung gerechnet, allerdings einen etwas geringeren Zuwachs auf 78,5 Punkte erwartet. Die Daten stützten auch den Dax, der am Vormittag zeitweise bis auf fast 11.300 Zähler und damit an das höchste Niveau seit Anfang März heranrückte. Die ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen sorgten für einen Hoffnungsschimmer, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Während die befragten Unternehmen die aktuelle Lage etwas schlechter einschätzten, wurden die Aussichten für das kommende halbe Jahr spürbar besser bewertet. In allen vom Ifo betrachteten Wirtschaftsbereichen hellte sich das Geschäftsklima auf. "Die deutsche Wirtschaft sieht wieder Licht am Ende des Tunnels", sagte Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe vom Münchner Ifo-Institut der Nachrichtenagentur Reuters.

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Bayer erzielt Fortschritte in Vergleichsverhandlungen

ab - Bayer hat in den seit Monaten laufenden Vergleichsverhandlungen im Zusammenhang mit der Glyphosat-Klagewelle Fortschritte erzielt. Einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, nach dem es eine mündliche Vereinbarung zur Beilegung von 50.000 bis 85.000 Klagen gebe, ließen die Leverkusener gleichwohl unkommentiert. Das Unternehmen werde nicht über Ergebnisse oder den Zeitpunkt des Vergleichs spekulieren, teilte Bayer auf Anfrage mit, sprach aber zugleich von "Fortschritten in den Mediationsgesprächen". Auch zu der von Bloomberg genannten Zahl von bis zu 125.000 Fällen äußerte sich Bayer nicht, sondern verwies auf die mit dem jüngsten Quartalsbericht veröffentlichten Zahlen. Demnach waren Bayer in den USA bis 14. April Klagen von etwa 52.500 Klägern zugestellt worden. Seit Monaten wird spekuliert, dass Bayer der Vergleich in Summe um die 10 Mrd. Dollar kosten dürfte. Die Investoren ließen sich von der zurückhaltenden Kommentierung die Feierlaune jedoch nicht verderben. Bis zum Mittag setzte sich die Aktie mit einem Zuwachs um 7,4% auf 61,89 Euro an die Dax-Spitze. Mehr zu diesem Thema lesen Sie morgen in der Börsen-Zeitung.

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Exasol gelingt erster Brsengang des Jahres

ku - Der Börsengang des Nürnberger Datenbankanbieters Exasol im Scale-Segment im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse ist am Montag erfolgreich verlaufen. Die erste Notierung lag mit 14 Euro um 47% über dem Ausgabepreis der Aktie von 9,50 Euro. Danach ging der Aktienkurs bis auf 11,51 Euro zurück. In der Spitze stieg der Titel bis auf 14,60 Euro. Es handelt sich damit um den ersten Börsengang in Deutschland in diesem Jahr und seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Andere Transaktionen wurden wegen der Krise verschoben, so etwa der Börsengang des Wissenschaftsverlags Springer Nature und der Steinhoff-Tochter Pepco. Der Börsengang von Exasol sollte bereits im ersten Quartal über die Bühne gehen, dann kam die Krise dazwischen. Das Initial Public Offering (IPO) von Exasol brachte Bruttoeinnahmen von 87,5 Mill. Euro. Davon gehen 48,5 Mill. Euro an das Unternehmen, das damit seine Wachstumsstrategie finanzieren will. Das 2000 gegründete Unternehmen, das nach dem Börsengang auf eine vergleichsweise hohe Marktkapitalisierung von rund 211 Mill. Euro kommt, bietet schnelle In-Memory-Analysedatenbanken an und beschäftigt derzeit rund 150 Mitarbeiter.

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Berenberg erwartet hkchenfrmige Erholung Schmieding: Wir sind auf dem richtigen Weg

wrü - "Wir sind auf dem richtigen Weg", erklärt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, in einer Web-Pressekonferenz zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Denn "die Wirtschaftspolitik wird es schaffen, eine große Finanzkrise zu vermeiden." Zudem geht Schmieding davon aus, dass es keine zweite Welle, die erneut zu einer Notbremsung führen wird, geben wird. Wahrscheinlich sei im April der Tiefpunkt der Wirtschaftstätigkeit erreicht worden. Nun gehe es wieder aufwärts. Dabei erwartet Schmieding eine "häkchenförmigen Entwicklung". Im dritten Quartal komme noch ein gewisser Aufholeffekt zum Tragen, danach flache der Anstieg der Wirtschaftstätigkeit ab. Erst in etwa zwei Jahren werde die ökonomische Aktivität wieder den Stand von Ende 2019 erreichen. "Die Tiefstände liegen hinter uns", so auch die Prognose von Bernd Meyer, Chefanlagestratege von Berenberg, zu den Aktienmärkten. Nach einem übertriebenen Rückschlag hätten sich die Aktienmärkte jetzt wieder deutlich erholt. Dabei seien viele Investoren noch immer sehr defensiv positioniert, was den Aktienmarkt stütze. Komme es nun zu einem Ausbruch nach oben, der technisch durchaus möglich sei, sei ein gewisser Rückschlag danach wahrscheinlich. "Qualität zählt aktuell", erklärt Matthias Born, CIO Aktien bei Berenberg. "Und die Dividende ist kein Sicherheitsanker." Born und das Fondsmanagement von Berenberg meiden weiterhin zyklische Titel wie insbesondere Autobauer. Stattdessen setzen sie u.a. auf Unternehmen, die von der Beschleunigung der digitalen Transformation profitieren.

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