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BöZ am Mittag 22.10.2019

22.10.2019
Stand: 16:12 Uhr



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Conti rutscht dieses Jahr in rote Zahlen

wb - Für Continental kommt es knüppeldick: Der Autozulieferer schreibt 2,5 Mrd. Euro ab und rutscht damit in diesem Jahr in die Verlustzone. Die Autokonjunktur werde sich auf Jahre hinaus nicht beleben. Und das Geschäft mit der Antriebssparte soll ohne einen Erlös an die Aktionäre in Form eines Spin-off verteilt werden. Der Dax-Konzern gehe damit "die sich weiter beschleunigende Dynamik in Richtung Elektrifizierung von Antrieben offensiv an" und reagiere so auf die derzeit kaum vorhersehbaren Bedingungen für einen möglichen Börsengang 2020. Die Vorbereitungen eines ursprünglich geprüften IPO der Antriebssparte seien damit beendet. Der größte Teil der Wertberichtigungen entfällt auf das Geschäft mit der Innenausstattung. Hauptgrund für die milliardenschwere Neubewertung sei die "Anpassung der Markterwartungen". CFO Wolfgang Schäfer rechnet "nicht damit, dass sich die weltweite Produktion von Pkws und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden fünf Jahren wesentlich beleben wird." Der wesentliche Teil der Wertminderungen resultiert aus der Neubewertung von Goodwill, der vor allem auf Zukäufe vor 2008 zurückgeht. Dabei dürfte es sich um die von Siemens für 11,4 Mrd. Euro erworbene VDO handeln. Die Wertminderungen betreffen die Divisionen Chassis & Safety mit gut 700 Mill. Euro, Interior mit 1,5 Mrd. Euro und Powertrain mit über 200 Mill. Euro. Operativ habe das dritte Quartal den Erwartungen entsprochen.

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Tauziehen um die Aareal-Bank-Tochter Aareon

bn - Das hat dem Management der Aareal Bank gerade noch gefehlt: Nicht genug damit, dass die Geldpolitik den Zinsüberschuss schmälert und Verschärfungen der Baseler Eigenkapitalregeln das Geschäft auf Sicht spürbar verteuern werden. Mitten in die Beratungen über die künftige Strategie, über deren Ergebnis der Wiesbadener Immobilienfinanzierer im kommenden Jahr informieren möchte, ist der aktivistische Investor Teleios Capital Partners mit seiner Forderung geplatzt, einen Verkauf der Sparte Aareon zu prüfen bzw. ihm gleich die Software-Tochter zu verkaufen. Ein Tauziehen um Aareon hat eingesetzt zwischen dem Hedgefonds, der die Aareal Bank offenbar lieber heute als morgen filetieren würde, und dem Institut, das die Bedeutung der Tochter für den gesamten Konzern herausstellt. Lesen Sie mehr über die Hintergründe in der morgigen Ausgabe der Börsen-Zeitung.

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Software AG berrascht mit Wachstumsschub

scd - Die Software AG hat mit einem starken dritten Quartal nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr Kurs auf ihre zuletzt im Sommer reduzierten Jahresziele gehalten. Der Umsatz des Darmstädter Unternehmens zog währungsbereinigt um 5% auf 224 Mill. Euro an. Allerdings wurde die positive Erlösentwicklung im Wesentlichen von einem kräftigen Anstieg im volatilen Lizenzgeschäft der Datenbanksparte Adabas & Natural getrieben. Deren Umsatz zog währungsbereinigt um 15% an, während der Umsatz in der eigentlichen Wachstumssparte DBP nur um 1% zulegte. Der zuletzt noch stark gewachsene Umsatz im Bereich Cloud & IoT schrumpfte sogar um 5%. Allerdings erwartet die Software AG hier große Lizenzabschlüsse im laufenden Quartal, deren ausbleiben für die schwächere Entwicklung in den Monaten Juli bis September verantwortlich gemacht wurde. "Acht Monate nach dem Kick-off unserer Transformationsstrategie Helix sind die ersten positiven Auswirkungen unserer harten Entscheidungen, der disziplinierten Konzentration und einer konsequenten Umsetzung sichtbar", freut sich CEO Sanjay Brahmawar. Vor Zinsen und Steuern steigerte die Software AG den Gewinn um 8% auf 59 Mill. Euro und liegt damit nach neun Monaten nun auf Vorjahresniveau. Der bereinigte Gewinn nach Steuern stieg sogar um 14%. Die im Juli gesenkten Ziele für Umsatz und Marge beließ das Unternehmen zwar unverändert. Vor allem mit der positiven Margenentwicklung im Quartal zeigten sich Analysten am Dienstag zufrieden. Die Aktie kletterte bis zum Mittag um mehr als ein Zehntel auf knapp 30 Euro und damit fast wieder auf das Niveau vor Präsentation der enttäuschenden Halbjahreszahlen.

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Fresenius-Chef unterstreicht Plan fr steigende Dividende

ste - Wenige Tage vor Vorlage des Zahlenwerks zum dritten Quartal in der kommenden Woche hat Fresenius die Absicht unterstrichen, auch für das Geschäftsjahr 2019 eine steigende Dividende auszuschütten. Der Gesundheitskonzern aus Bad Homburg rechnet bislang mit einer Gewinnstagnation. Die Dividende sei 26 mal in Folge erhöht worden, er sehe keinen Grund, warum diese Serie unterbrochen werden sollte, sagte Vorstandschef Stephan Sturm am Montagabend im Rahmen einer Veranstaltung der Börsen-Zeitung bei Berenberg in Hamburg. Dies gelte auch für den Fall, dass der Gewinn 2019 nicht steigen sollte. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern bei einem Umsatz von 33,5 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 2 Mrd. Euro erreicht. Mit Blick auf die Entwicklung des Aktienkurses, der sich am Dienstag mit rund 42,50 Euro nicht weit vom bisherigen Jahrestiefstand bewegte, zeigte sich der Fresenius-Chef zuversichtlich. Aus der "Bredouille" nach der gescheiterten Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn sei der Konzern, der sich in einem Rechtsstreit um die abgebrochene Akquisition durchsetzte, "gestärkt hervorgegangen. Bis 2018 sei viel Fantasie im Kurs eingepreist gewesen, dass Fresenius große Zukäufe schafft, die schnell für positive Ergebnisbeiträge sorgen. Diese Fantasie habe sich nach der fehlgeschlagenen Akorn-Transaktion verflüchtigt. Sturm stellte Zukäufe für die Zukunft in Aussicht und sprach zudem von ambitionierten mittelfristigen Zielen. Über die jüngste mediale Berichterstattung zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Konzerns im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen zeigte er sich überrascht. Sturm verwies darauf, es handele sich um  Sachverhalte aus der ersten Dekade des laufenden Jahrhunderts, die schon vor Jahren bekannt geworden seien und auf die man "alles andere als stolz" sei. Von den allermeisten Mitarbeitern, die mit den Missständen in Verbindung standen, habe man sich getrennt.

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Draghi steht vershnliche letzte Sitzung bevor

ba - EZB-Präsident Mario Draghi steht eine eher unspektakuläre letzte geldpolitische Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) bevor. Die DekaBank empfiehlt angesichts der unüberhörbaren Dissonanzen in dem Gremium Draghi dringend, die Wogen zu glätten, da diese die EZB handlungsunfähig erscheinen lassen könnten. Um die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik einzudämmen könnte Draghi darlegen, dass der Rat im September einstimmig die weitere geldpolitische Lockerung beschlossen hatte und nur bei der Wahl der Mittel uneins war, schreibt DekaBank-Experte Kristian Tödtmann zum neuen Deka-Zinskompass, der jeweils vor einer geldpolitischen Sitzung in der Börsen-Zeitung veröffentlicht wird. Draghi dürfte versuchen, darzulegen, dass solche Meinungsverschiedenheiten in einem so großen Gremium nichts Ungewöhnliches seien und die EZB nicht bei der Ausübung ihrer Aufgaben behindere. Ebenfalls ursächlich für die dauerhafte Kritik an den im September beschlossenen Maßnahmen sind die widersprüchlichen Signale von Seiten der wirtschaftlichen Entwicklung, den Inflationserwartungen und den Finanzierungsbedingungen - genaueres dazu lesen Sie in der morgigen Ausgabe der Börsen-Zeitung.

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J.P. Morgans Umbau zur Corporate Bank hat sich bewhrt

kb - Corporate Banking ist einst stark vom Absatz einzelner Produkte getrieben gewesen. J.P.Morgan hat diese damals in vielen Banken anzutreffende unbefriedigende Struktur deshalb vor zehn Jahren grundlegend geändert. "One face to the customer", also ein zentraler Ansprechpartner in der Bank für jeden Kunden, beschreibt Sjoerd Leenart im Gespräch mit der Börsen-Zeitung den Umbau zur Corporate Bank von J.P.Morgan vor genau zehn Jahren. Dieser Ansatz habe sich bewährt, sagt Leenart, der als Global Head weltweit diesen Geschäftsbereich verantwortet und bereits seit mehr als 20 Jahren für die US-Bank tätig ist. J.P. Morgan hat die heutige Global Corporate Bank somit bereits im Jahr 2009 als ein Joint Venture der Investmentbank und der früheren Einheit Treasury & Securities Services ins Leben gerufen. Die größten Wachstumschancen im Corporate Banking sieht Leenart in China, aber auch in Indien, wenn auch auf einem anderen Größenniveau. Im indischen Bankenmarkt ist J.P.Morgan auch technologisch vorne mit dabei. "Wir bieten unseren Kunden in Indien eine virtuelle Filiale. Kunden rund um den Globus sind mit dieser virtuellen Filiale verbunden”, erläutert Christoph Butz, Head of Corporate Banking für Deutschland und Österreich. Die Digitalisierung treibt J.P.Morgan grundsätzlich voran. "Die Blockchain wird bleiben. Aber viele konkrete Anwendungen befinden sich noch in der Entwicklung”, betont Butz. "Wir nutzen die Blockchain bereits in verschiedenen Initiativen." So habe J.P. Morgan kürzlich unter dem Namen Quorum eine Version der Ethereum-Blockchain für Unternehmen entwickelt, mit der ein sicherer, dezentraler, genehmigungsbasierter Austausch von Informationen möglich sei.

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