boersen-zeitung.de täglicher Versand
BöZ am Mittag 27.11.2020

27.11.2020
Stand: 08:58 Uhr



Sehr geehrte Damen und Herren,

exklusiv für Sie:






Bankenfusion in Spanien gescheitert

ths - In Spanien ist die Fusion von BBVA und Banco Sabadell überraschend geplatzt. Nur elf Tage nachdem beide Banken offiziell Gespräche über einen Zusammenschluss bestätigt hatten, meldeten sie am Freitagmorgen das Ende der Verhandlungen. Durch die Fusion von BBVA, der zweitgrößten Bank Spaniens, mit dem fünftgrößten Geldinstitut des Landes wäre ein neuer Riese auf dem spanischen Markt mit einer Bilanzsumme von rund 600 Mrd. Euro entstanden. Analysten und Aufseher hatten das Zusammengehen lange befürwortet und als wichtigen Schritt der Konsolidierung der Branche angesichts schwindender Ertragskraft aufgefasst. Der Zusammenschluss von Caixabank mit der verstaatlichten Bankia zum führenden Kreditinstitut in Spanien ist dagegen in sicheren Fahrwassern. Die Verhandlungen scheiterten am Preis für den Aktientausch, wie Sabadell in einer Pflichtmitteilung an die Madrider Börsenaufsicht mitteilte. BBVA beschränkte sich seinerseits darauf, das Ende der Gespräche zu kommunizieren. Am Markt fiel das Urteil über die gescheiterte Fusion eindeutig aus. Während Sabadell am Freitagvormittag zwischenzeitlich bis zu 18% verlor, legte BBVA nach kurzen anfänglichen Verlusten wieder zu. Die Frage ist, wie BBVA nun das Kapital aus dem ebenfalls vor elf Tagen verkündeten Verkauf des US-Geschäfts für 9,7 Mrd. Euro anlegt. Sabadell erklärte am Freitag, dass man sich nun stärker auf den Ausbau des Geschäfts im Heimatmarkt konzentrieren werde. Erstmals erwägt die Bank aus Katalonien öffentlich den Verkauf ihrer britischen Tochter TSB.

zur Übersicht



Das CFO-Interview: Gerresheimer will noch mehr investieren

ak - Der Pharmazulieferer Gerresheimer sieht durch die Pandemie vor allem indirekt für die Zukunft große Geschäftschancen. Der Konzern rechnet damit, dass durch die Erfahrung mit Covid-19 die Nachfrage nach Impfungen und Gesundheitsvorsorge künftig steigt. Davon  werde Gerresheimer als Produzent von Spritzen, Inhalatoren und anderer komplexerer Medikamentenverpackungen profitieren, sagt Finanzvorstand Bernd Metzner im CFO-Interview mit der Börsen-Zeitung. "Wir müssen mehr in die Kapazität investieren in den Bereichen, in denen wir glauben, dass der Markt deutlich wächst", sagt der 50-Jährige. Auf dem Kapitalmarkttag im Dezember will Gerresheimer konkretere Pläne vorstellen. Welche Ideen der MDax-Konzern noch hat, wie viele Bestellungen von Impfstofffläschchen für Corona-Impfungen schon eingegangen sind und was Gerresheimer von vernetzter Medizintechnik erwartet, lesen Sie in der Samstagausgabe der Börsen-Zeitung.

zur Übersicht



Condor hat bei Investorensuche keine Eile

BZ - Der Ferienflieger Condor, der zu Wochenbeginn offiziell den Schutzschirm verlässt, schlägt sich in der Coronakrise unter anderem auch mit Frachtflug durch. "Wir haben einen Teil unserer Langstreckenflieger zu Vollfrachtern umgerüstet und sind in dem Geschäft gut unterwegs", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup bei einem Pressegespräch. Mit der Investorensuche hat das Management der Fluggesellschaft keine Eile, zumal gerade nicht die richtige Zeit für Airline-Verkäufe sei. "Ich sehe nicht, dass wir in den nächsten zwölf Monaten einen Investorenprozess haben werden", so Teckentrup. Eher könnten 18 bis 24 Monate ins Land gehen. Das Unternehmen hat Kredite erhalten und ist früheren Angaben zufolge durchfinanziert. Formal gehört Condor nun zunächst einem Eigner mit dem Namen SG Luftverkehrsgesellschaft, dahinter verbirgt sich ein Treuhänder. Sämtliche Geschäftsanteile sind an die KfW verpfändet.

zur Übersicht



Europischer Zahlungschampion soll bis 2025 stehen

fir - Die European Payments Initiative (EPI), die europäische Bezahlverfahren Schritt für Schritt vorantreiben will, soll möglichst bis 2025 voll ausgerollt sein. EPI haben sich bislang 18 Banken und Zahlungsdienstleister aus Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien sowie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) angeschlossen, mit dem Anspruch, eine Kartenlösung für Verbraucher und Händler in ganz Europa, eine digitale Geldbörse und Personen-zu-Personen-Zahlungen (P2P) zu bieten. Einem groben Zeitplan folgend, solle voraussichtlich bis Ende nächsten Jahres zunächst eine P2P-Lösung angeboten werden, die es Nutzern erlaubt, Geld digital in ganz Europa zu transferieren, sagte DSGV-Vorstandsmitglied Joachim Schmalzl am Freitag bei der Bundesbank-Veranstaltung "Future of Payments in Europe". Schmalzl ist in dieser Woche auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden der EPI-Interimsgesellschaft ernannt worden. Mit den bisherigen Teilnehmern der Initiative sei ein guter Ausgangspunkt geschaffen. "Wir erwarten, dass wir diese Initiative ausweiten und neue Mitglieder willkommen heißen, die unsere Vision der Schaffung eines europäischen Zahlungsverkehrschampions teilen", sagte Schmalzl.

zur Übersicht



Ex-DWS-Fondsmanager Gebhardt: IPO-Markt bleibt traurig

wbr - Der Investmentexperte und langjährige DWS-Fondsmanager Henning Gebhardt setzt auf liquide Sachwerte und insbesondere auf Aktien. "Die Aussichten sind positiv. Wir haben in den vergangenen Monaten einen Anstieg der Bewertungen gesehen. Die müssen natürlich noch durch einen Rebound der Gewinne gestützt werden", sagt Gebhardt. Wenn die Corona-Impfstoffe kämen, dann sei davon auszugehen, dass sich die Gewinne erholen. Die dauerhafte Nullzinsphase führe dazu, dass Kapital nicht nur in finanzielle Assets, sondern auch andere Anlageklassen wie Immobilien fließe. "Auch in den USA läuft der Immobilienmarkt sehr gut. Das hätte ich nicht gedacht", meint der Gründer von Gebhardt Advisory & Portfolio Services im Interview der Börsen-Zeitung. Der Börsenexperte warnt angesichts der ultralockeren Fiskalpolitik vor den langfristigen Folgen. "De facto sind die staatlichen Haushalte aus dem Ruder gelaufen. Vielleicht nicht in Deutschland, aber zum Beispiel in Belgien, Spanien oder Italien." Dort werde es einen erheblichen Druck geben, Schulden zu reduzieren. Gebhardt verweist auf die Gefahr der Inflation. "Darauf wollen Zentralbanken hinaus." Enttäuscht ist Gebhardt  vom heimischen IPO-Markt. "Was Deutschland angeht, ist es traurig und wird es traurig bleiben. Die vier Börsengänge des laufenden Jahres zu überbieten, wird nicht schwerfallen." In Deutschland würden viele Unternehmen vor dem regulatorischen Umfeld eines Börsengangs zurückweichen. "Die vielen Anforderungen wirken abschreckend." Andererseits glaubt Gebhardt, dass im nächsten Jahr mehr Kapitalerhöhungen stattfinden werden. "Viele Unternehmen werden die Chance an den Märkten nutzen, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern."

zur Übersicht



Konjunkturtableau: BIP-Prognose frs Gesamtjahr leicht angehoben

ba - Während das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal noch von einer robusten Erholung der Wirtschaft im Euroraum zeugt, sieht es am aktuellen Rand bereits wieder düster aus: Die zweite Coronawelle hinterlässt in einem Konjunkturindikator nach dem anderen ihre Spuren. So hat sich die Wirtschaftsstimmung im November deutlich eingetrübt, wenn auch nicht ganz so kräftig, wie Ökonomen zuletzt befürchtet hatten. Laut EU-Kommission fiel der Economic Sentiment Indicator (ESI) um 3,5 auf 87,6 Punkte. Im aktuellen Konjunkturtableau der Börsen-Zeitung, für welches das Mannheimer ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Medianprognosen ermittelt, zeigt sich mit einer leichten Erhöhung der BIP-Prognose für das laufende Jahr hingegen noch die Hoffnung auf eine sich fortsetzende Konjunkturerholung. Details lesen Sie in der Samstagsausgabe der Börsen-Zeitung.

zur Übersicht



>> zur Artikel-Übersicht auf boersen-zeitung.de


 BöZ am Mittag bestellen  

Sie mchten BöZ am Mittag beziehen?

Dann informieren Sie sich hier ber die Details und bestellen ihn.





Anbieterkennzeichnung / Impressum
Herausgebergemeinschaft WERTPAPIER-MITTEILUNGEN Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG
Handelsregister: Amtsgericht Frankfurt am Main, HRA 15378

Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 112011332

Vertretungsberechtigt: Verlagsbeteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH


Geschäftsführer: Axel Harms, Torsten Ulrich, Dr. Jens Zinke

Chefredakteur: Claus Döring (Verantwortlicher im Sinne des § 55 Abs. 2 RStV)

Anschrift:

Postfach 11 09 32, 60044 Frankfurt a. M. oder
Düsseldorfer Straße 16, 60329 Frankfurt a. M.
Tel. (0 69) 27 32-0


 © boersen-zeitung.de 2020